Digital Services Act
Der Digital Services Act (DSA) ist eine EU-Verordnung, die harmonisierte Vorschriften für digitale Dienste in ganz Europa festlegt, einschließlich Verpflichtungen für Online-Plattformen zur Moderation illegaler Inhalte, zur Transparenz bei Werbung und zum Schutz der Grundrechte der Nutzer. Im Bereich der politischen Werbung arbeitet der DSA zusammen mit der TTPA, um sicherzustellen, dass Plattformen Transparenzinstrumente bereitstellen und illegale Inhalte im Zusammenhang mit politischen Kampagnen handhaben.
Rechtsgrundlage
„Diese Verordnung legt harmonisierte Vorschriften für die Bereitstellung von Vermittlungsdiensten im Binnenmarkt fest. Sie soll zum ordnungsgemäßen Funktionieren des Binnenmarkts für Vermittlungsdienste beitragen, indem sie einheitliche Vorschriften für ein sicheres, berechenbares und vertrauenswürdiges Online-Umfeld festlegt, in dem die in der Charta verankerten Grundrechte wirksam geschützt werden."
— Artikel 1, Verordnung (EU) 2022/2065 (Digital Services Act)
Warum es wichtig ist
Der DSA schafft den Rechtsrahmen, in dem politische Werbung online stattfindet. Für Plattformen, politische Parteien und Werbetreibende ist das Verständnis des DSA von wesentlicher Bedeutung, da er grundlegende Verpflichtungen zur Inhaltsmoderation, Transparenzberichterstattung und Werbeoffenlegung festlegt, die für alle Online-Dienste gelten – einschließlich politischer Werbung.
Die Verordnung führt verschiedene Verpflichtungsebenen ein, die auf der Plattformgröße basieren. Sehr große Online-Plattformen (VLOPs) und sehr große Online-Suchmaschinen (VLOSEs) unterliegen zusätzlichen Anforderungen zur Bewertung und Minderung systemischer Risiken für Wahlprozesse, wodurch der DSA insbesondere während Wahlperioden relevant wird, in denen politische Werbung zunimmt.
Für Herausgeber und Anbieter politischer Werbeservices ergänzen die Transparenzanforderungen des DSA für Online-Werbung die spezifischen Vorschriften der TTPA zur politischen Werbung. Zusammen stellen diese Verordnungen sicher, dass Wähler politische Anzeigen identifizieren, verstehen können, wer für sie bezahlt hat, und Verstöße über zugängliche Kanäle melden können.
Kernpunkte
Gilt für alle Vermittlungsdienste: Hosting-Dienste, Online-Plattformen und Suchmaschinen, die in der EU tätig sind, müssen die DSA-Verpflichtungen einhalten, unabhängig davon, wo sie niedergelassen sind.
Abgestufte Verpflichtungen: Für verschiedene Diensteanbieter gelten unterschiedliche Vorschriften, wobei die strengsten Anforderungen für sehr große Online-Plattformen (45 Millionen+ monatliche Nutzer in der EU) und sehr große Online-Suchmaschinen gelten.
Schutz des Wahlprozesses: VLOPs und VLOSEs müssen systemische Risiken für Wahlen identifizieren und mindern, einschließlich Desinformation, Manipulation und inauthentischem Verhalten während Kampagnen.
Werbetransparenz: Alle Online-Plattformen müssen sicherstellen, dass Nutzer Werbeanzeigen identifizieren können, wissen, wer für sie bezahlt hat, und Zugang zu aussagekräftigen Informationen über das Targeting haben (Artikel 26 und 39).
Mechanismen für illegale Inhalte: Plattformen müssen Melde- und Abhilfemechanismen bereitstellen, damit Nutzer illegale Inhalte melden können, einschließlich illegaler politischer Werbung oder Hassrede in Kampagnen.
Koordinierte Aufsicht: Koordinatoren für digitale Dienste in jedem Mitgliedstaat setzen den DSA durch, wobei die Europäische Kommission VLOPs und VLOSEs direkt beaufsichtigt.
Digital Services Act vs. Verordnung über die Transparenz und das Targeting politischer Werbung
Obwohl beide Verordnungen die Transparenz von Online-Werbung behandeln, dienen sie unterschiedlichen Zwecken und gelten für unterschiedliche Bereiche. Der DSA ist eine horizontale Verordnung, die alle digitalen Dienste und Inhaltstypen abdeckt und allgemeine Verpflichtungen für Plattformen zur Moderation von Inhalten, zur Bereitstellung von Transparenz und zum Schutz der Grundrechte in all ihren Betrieben festlegt.
Die TTPA (Verordnung 2024/900) ist dagegen eine vertikale Verordnung, die sich ausschließlich auf politische Werbung konzentriert. Sie legt spezifische Transparenzanforderungen für politische Anzeigen (einschließlich Offline-Anzeigen) fest, schränkt Targeting-Techniken unter Verwendung personenbezogener Daten ein und begrenzt das Sponsoring durch Drittstaaten während Wahlperioden.
Der DSA stellt die Infrastruktur bereit – Melde- und Abhilfemechanismen, Werbetransparenzinstrumente, Berichtspflichten – während die TTPA die spezifischen Vorschriften dafür festlegt, was politische Werbung offenlegen muss und wie sie gezielt ausgerichtet werden kann. Die Einhaltung beider Vorschriften ist erforderlich: Eine Plattform muss sowohl die allgemeinen Werbetransparenzverpflichtungen des DSA (Artikel 26) als auch die spezifischen Transparenzanforderungen der TTPA für politische Werbung (Kapitel II) erfüllen.
Verwandte Begriffe
- Sehr große Online-Plattform (VLOP)
- Sehr große Online-Suchmaschine (VLOSE)
- Politische Werbung
- Anbieter politischer Werbeservices
- Herausgeber
- Transparenzhinweis
- Koordinator für digitale Dienste
- Targeting-Techniken
- Online-Plattform
- Vermittlungsdienste