Digital Markets Act
Der Digital Markets Act (DMA) ist eine Verordnung der Europäischen Union, die Regeln festlegt, um faire und bestreitbare digitale Märkte zu gewährleisten. Er richtet sich an große Online-Plattformen, die als „Torwächter" bezeichnet werden und den Zugang zwischen Unternehmen und Nutzern kontrollieren, um zu verhindern, dass sie ihre Marktmacht missbrauchen, und um den Wettbewerb im digitalen Sektor zu fördern.
Rechtsgrundlage
„Diese Verordnung legt harmonisierte Vorschriften fest, um bestreitbare und faire Märkte im digitalen Sektor in der gesamten Union zu gewährleisten, wo Torwächter präsent sind."
— Artikel 1, Verordnung (EU) 2022/1925 (Digital Markets Act)
Warum es wichtig ist
Der Digital Markets Act ist für politische Werbung relevant, weil große Online-Plattformen häufig als primäre Kanäle für die Verbreitung politischer Botschaften dienen. Torwächter, die nach dem DMA benannt werden – wie große Suchmaschinen, soziale Netzwerke und App-Stores – müssen Verpflichtungen erfüllen, die sich darauf auswirken können, wie politische Werbung an Nutzer ausgeliefert, ausgerichtet und angezeigt wird.
Für Anbieter politischer Werbedienstleistungen können die DMA-Anforderungen in Bezug auf Selbstbevorzugung, Datenkombination und Interoperabilität Auswirkungen auf Werbestrategien und Plattformzugang haben. Politische Akteure und Sponsoren sollten sich bewusst sein, dass DMA-Verpflichtungen beeinflussen können, welche Plattformen verfügbar sind, wie Anzeigen verbreitet werden und welche Daten für das Targeting verwendet werden können.
Der DMA ergänzt die Verordnung über Politische Werbung (TTPA), indem er die strukturelle Marktmacht von Plattformen adressiert, während TTPA sich speziell auf Transparenz- und Targeting-Regeln für politische Anzeigen konzentriert. Zusammen schaffen diese Verordnungen ein rechenschaftspflichtigeres digitales Werbeökosystem für demokratische Prozesse.
Wichtige Punkte
- Gilt für „Torwächter": Große Plattformen, die bestimmte Schwellenwerte für Nutzer, Umsatz und Marktposition in mindestens drei EU-Mitgliedstaaten erfüllen
- Verhindert unlautere Praktiken: Verbietet Selbstbevorzugung, Kopplung von Diensten und die Verwendung von Daten gewerblicher Nutzer, um gegen diese zu konkurrieren
- Fördert Interoperabilität: Verpflichtet Torwächter, Drittanbieterdiensten die Zusammenarbeit mit ihren Plattformen zu ermöglichen
- Durchsetzung durch die Kommission: Die Europäische Kommission verfügt über direkte Durchsetzungsbefugnisse mit Geldbußen von bis zu 10 % des weltweiten Umsatzes
- Umfasst zentrale Plattformdienste: Beinhaltet Online-Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Videosharingplattformen, Messengerdienste und Online-Werbedienste
- Verpflichtende Einhaltung: Torwächter müssen Maßnahmen zur Gewährleistung von Bestreitbarkeit und Fairness umsetzen, ohne Opt-out-Möglichkeit
Digital Markets Act vs. Digital Services Act
Während es sich bei beiden um EU-Verordnungen handelt, die Online-Plattformen regeln, konzentriert sich der Digital Markets Act auf die Verhinderung wettbewerbswidrigen Verhaltens durch große Torwächter, während der Digital Services Act (DSA) illegale Inhalte, Transparenz und systemische Risiken einschließlich solcher, die Wahlprozesse betreffen, adressiert.
Der DMA befasst sich mit Marktstruktur und Wettbewerb – er stellt sicher, dass Torwächter ihre Position nicht missbrauchen. Der DSA befasst sich mit Content-Governance und Nutzersicherheit – er verpflichtet Plattformen, illegale Inhalte zu moderieren und Risiken für die Demokratie zu mindern, unter anderem durch Transparenz politischer Werbung.
Für politische Werbung beeinflusst der DMA, welche Plattformen den Markt dominieren und wie sie operieren, während der DSA (zusammen mit TTPA) speziell Transparenz, Kennzeichnung und Risikominderung für politische Anzeigen regelt.
Verwandte Begriffe
- Politische Werbung
- Torwächter
- Online-Plattform
- Digital Services Act
- Targeting-Techniken
- Sehr große Online-Plattform (VLOP)
- Zentraler Plattformdienst
- Anbieter politischer Werbedienstleistungen
- Transparenzhinweis
- Anzeigenauslieferungstechniken