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Interoperabilität

Interoperabilität bezeichnet die Fähigkeit verschiedener digitaler Systeme, Dienste oder Plattformen, nahtlos zusammenzuarbeiten und Informationen auszutauschen. Im Kontext der digitalen Regulierung der EU stellt Interoperabilität sicher, dass Nutzer plattformübergreifend kommunizieren, Dienste einfach wechseln und auf Daten zugreifen können, ohne an das Ökosystem eines einzelnen Anbieters gebunden zu sein.

Rechtsgrundlage

Obwohl die TTPA-Verordnung (EU 2024/900) Interoperabilität nicht direkt definiert, ist das Konzept zentral für das Gesetz über digitale Märkte:

„Die Gatekeeper gestatten es den Endnutzern, die Dienste von Drittanbietern frei zu wählen und ermöglichen den nahtlosen Wechsel zu diesen Diensten, unter anderem durch eine einfache und wirksame Datenübertragbarkeit."

— Artikel 6, Verordnung (EU) 2022/1925 (Gesetz über digitale Märkte)

Interoperabilität wird auch im Gesetz über digitale Dienste als Grundsatz zur Gewährleistung offener digitaler Märkte und der Wahlfreiheit der Nutzer genannt.

Warum sie wichtig ist

Interoperabilität ist wichtig, weil sie verhindert, dass große Plattformen Nutzer an ihre Dienste binden und den Wettbewerb einschränken. Für politische Werbung ist dies besonders relevant, da es sich darauf auswirkt, wie Kampagnen Zielgruppen über verschiedene Plattformen hinweg erreichen können und wie Nutzer unabhängig davon, welchen Dienst sie verwenden, auf politische Informationen zugreifen können.

Herausgeber und Plattformen, die Dienstleistungen für politische Werbung bereitstellen, müssen möglicherweise sicherstellen, dass ihre Systeme mit anderen Diensten zusammenarbeiten können, insbesondere was Transparenzberichterstattung, Werberegister und Datenübertragbarkeit für Nutzer betrifft. Dies beeinflusst, wie politische Akteure plattformübergreifende Kampagnen planen und wie Wähler auf Informationen über politische Werbung über verschiedene Kanäle hinweg zugreifen.

Für Durchsetzungsbehörden erleichtert Interoperabilität die Aufsicht, indem sie einen besseren Datenaustausch und Transparenz über Plattformen hinweg ermöglicht. Sie trägt dazu bei sicherzustellen, dass Transparenzpflichten für politische Werbung wirksam überwacht werden können, selbst wenn Kampagnen mehrere digitale Dienste umfassen.

Wichtige Punkte

  • Interoperabilität ermöglicht es verschiedenen digitalen Systemen, Daten auszutauschen und ohne technische Barrieren zusammenzuarbeiten
  • Sie verhindert Anbieterabhängigkeit und fördert die Wahlfreiheit der Nutzer, indem sie einen einfachen Wechsel zwischen Diensten ermöglicht
  • Das Gesetz über digitale Märkte verlangt von Gatekeepern (sehr großen Plattformen), Interoperabilität mit Drittanbieterdiensten zu gewährleisten
  • Für politische Werbung unterstützt Interoperabilität die Transparenz, indem sie plattformübergreifende Überwachung und Berichterstattung ermöglicht
  • Sie erlaubt es politischen Akteuren, Kampagnen über mehrere Plattformen hinweg durchzuführen und gleichzeitig die Compliance aufrechtzuerhalten
  • Interoperabilitätsanforderungen gelten in erster Linie für sehr große Plattformen, die unter dem DMA als Gatekeeper bezeichnet werden

Interoperabilität vs. Datenübertragbarkeit

Obwohl verwandt, sind Interoperabilität und Datenübertragbarkeit unterschiedliche Konzepte. Datenübertragbarkeit bezeichnet das Recht eines Nutzers, seine personenbezogenen Daten von einem Dienst zu einem anderen in einem verwendbaren Format zu übertragen – es geht um das Herausbewegen Ihrer Daten. Interoperabilität geht weiter: Sie bedeutet, dass Dienste aktiv kommunizieren und in Echtzeit zusammenarbeiten können, sodass Nutzer plattformübergreifend auf Funktionen zugreifen können, ohne Daten überhaupt zu verschieben.

Beispielsweise ermöglicht Ihnen Datenübertragbarkeit, Ihre Kontakte von einem sozialen Netzwerk herunterzuladen, um sie in ein anderes zu importieren. Interoperabilität würde es Ihnen ermöglichen, Nutzer in einem anderen sozialen Netzwerk direkt von Ihrer aktuellen Plattform aus anzuschreiben, ohne dass einer von Ihnen den Dienst wechseln muss.

Verwandte Begriffe

Interoperabilität: Core Facts

Status
Active Definition
Verified
2026-03-07

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Durch die Anforderung einer klaren Kennzeichnung und zugänglicher Transparenzinformationen hilft die TTPA den Menschen, politische Werbung zu erkennen und zu verstehen, wer versucht, sie zu beeinflussen.
Ja. Als EU-Verordnung ist die TTPA unmittelbar in allen Mitgliedstaaten anwendbar, ohne dass eine nationale Umsetzung erforderlich ist. Die Mitgliedstaaten müssen lediglich Behörden benennen und Sanktionen festlegen.
Transparenzanforderungen stellen sicher, dass alle politischen Akteure nach denselben Regeln agieren. Wähler können sehen, wer über Ressourcen verfügt und wie diese eingesetzt werden, was einen fairen Wettbewerb unterstützt.
Transparenz schafft Vertrauen, indem sie den Wählern zeigt, dass politische Akteure offen arbeiten. Versteckte Finanzierung oder Targeting untergräbt das Vertrauen in demokratische Prozesse.
Politische Werbung umfasst jede bezahlte Nachricht, die einen politischen Akteur bewirbt, das Wahlverhalten beeinflusst, das Ergebnis von Wahlen oder Referenden beeinflusst oder legislative oder regulatorische Prozesse beeinflusst. Sie umfasst auch jede Werbung durch oder im Namen eines politischen Akteurs.
Nein. Die TTPA berührt nicht die nationalen Vorschriften über den Inhalt politischer Werbung, Wahlkampffinanzierung, Wahlzeiträume oder allgemeine Verbote politischer Werbung. Sie fügt Transparenzanforderungen zusätzlich zu den bestehenden nationalen Rechtsvorschriften hinzu.
Der offizielle Name lautet Verordnung (EU) 2024/900 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Transparenz und das Targeting politischer Werbung. Sie wurde am 20. März 2024 veröffentlicht.
Ja. Die TTPA erfasst sämtliche politische Werbung, sowohl online als auch offline, einschließlich Print, Plakatwerbung, TV, Radio und digitaler Kanäle. Die Vorschriften zur Zielgruppenansprache in Kapitel III gelten ausschließlich für Online-Werbung.